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Jahresbericht der Bundesregierung zum Bürokratieabbau veröffentlicht Aktuelles

Die Bundesregierung hat im März 2025 ihren Jahresbericht 2022/2023 zum Bürokratieabbau und zur besseren Rechtsetzung vorgelegt. Während einzelne Maßnahmen Entlastungen gebracht haben, steigt der Erfüllungsaufwand für Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und Verwaltungen insgesamt weiter an.

Gespaltenes Bild: Bürokratieabbau vs. steigender Erfüllungsaufwand

Die laufenden Bürokratiekosten aus Informationspflichten der Wirtschaft sind um 1,4 Milliarden Euro gesunken. Der Bürokratiekostenindex erreichte Ende 2023 mit 95,93 Punkten einen historischen Tiefststand.

Gleichzeitig ist der jährliche Erfüllungsaufwand 2022 und 2023 gestiegen:

  • Bürgerinnen und Bürger: +5,1 Milliarden Euro Sachaufwand
  • Wirtschaft: +2,0 Milliarden Euro
  • Verwaltung: +1,7 Milliarden Euro

Die Bürgerinnen und Bürger wurden hingegen um 11,0 Millionen Stunden jährlichen Zeitaufwand entlastet.

Der einmalige Erfüllungsaufwand für die Wirtschaft betrug 2022 und 2023 insgesamt 23,1 Milliarden Euro und für die Verwaltung 5,4 Milliarden Euro. Der Umstellungsaufwand der Bürgerinnen und Bürger belief sich auf 24,5 Millionen Stunden Zeitaufwand und 0,3 Milliarden Euro Sachaufwand.

Be- und Entlastungen nach Normadressaten

Bürgerinnen und Bürger

Neue gesetzliche Vorgaben führten für Bürgerinnen und Bürger zu zusätzlichen finanziellen und zeitlichen Belastungen:

  • Gebäudeenergiegesetz (GEG): Strengere Anforderungen an Heizsysteme führen zu hohen laufenden und einmaligen Kosten für private Immobilieneigentümerinnen und -eigentümer. Die einmaligen Sachkosten betragen 0,2 Milliarden Euro und die jährlichen Sachkosten 5,1 Milliarden Euro.
  • Elektronische Patientenakte (ePA): Die Einführung erfordert aktives Widersprechen („Opt-out“), was zu einem einmaligen Zeitaufwand von rund 7,3 Millionen Stunden führt.

Das Bild zeigt einen Techniker, der an einer Außenklimaanlage arbeitet. (© Lahiru / stock.adobe.com / 904174504)

Gleichzeitig gibt es Erleichterungen:

  • Modernisierung des Pass- und Ausweiswesens: Weniger Behördengänge durch digitale Prozesse reduzieren den jährlichen Zeitaufwand um 6,3 Millionen Stunden.
  • Vereinfachte Nachweise beim Bürgergeld: Der Wegfall von Nachweispflichten im Bereich der Vermögensprüfung und der Ersatz der Eingliederungsvereinbarung durch einen Kooperationsplan entlasten Bürgerinnen und Bürger jährlich um geschätzt rund 3 Millionen Stunden.

Wirtschaft

Unternehmen sind insbesondere durch neue regulatorische Anforderungen für Gebäude betroffen:

  • Gebäudeautomation für Nichtwohngebäude: Die Pflicht zur technischen Aufrüstung führt zu einmaligen Investitionskosten von 13,3 Milliarden Euro.
  • Gebäudeenergiegesetz (GEG): Wie bei den Bürgerinnen und Bürgern führen strengere Anforderungen an Heizsysteme zu hohem Erfüllungsaufwand. Der einmalige Erfüllungsaufwand beträgt 5,5 Milliarden Euro und die jährlichen Kosten 2,9 Milliarden Euro.

Erleichterungen gibt es vor allem durch Digitalisierung und im Bereich des Klimaschutzes:

  • Verzicht auf Papierrechnungen im B2B-Bereich: Reduziert Bürokratiekosten um 1,4 Milliarden Euro jährlich.
  • Treibhausgasquote: Durch eine veränderte Anrechnung von strombasierten Kraftstoffen und mitverarbeiteten biogenen Ölen werden Unternehmen um 1,1 Milliarden Euro entlastet.

Verwaltung

Auch Behörden stehen vor neuen Herausforderungen:

  • Gebäude-Energiemanagement in öffentlichen Gebäuden: Einmaliger Investitionsaufwand von 1,3 Milliarden Euro und jährlicher Erfüllungsaufwand von 0,4 Milliarden Euro.

Entlastungen entstehen durch:

  • Modernisierung des Pass- und Ausweiswesens: Weniger Verwaltungsaufwand führt zu Einsparungen von rund 0,3 Milliarden Euro jährlich.
  • Beitrags- und Melderecht: Die Neuregelungen beim elektronischen Datenaustausch im Beitrags- und Melderecht entlasten die Verwaltung um 0,1 Milliarden Euro pro Jahr, da spezifische Antrags- und Meldeverfahren vollständig automatisiert werden.

Fragen und Anmerkungen können uns mit dem Kontaktformular übermittelt werden.

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